Solarpflicht 2026: Dachsicherheit mitplanen

Warum Photovoltaik UND Absturzsicherung auf Flachdächern geplant werden müssen

Die Photovoltaik auf deutschen Dächern wächst weiter. Allein 2025 wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur 16,4 Gigawatt Solarleistung neu installiert. Knapp die Hälfte davon entfällt auf Anlagen auf Gebäuden. Ende 2025 lag die installierte Solarleistung in Deutschland bereits bei insgesamt 117 Gigawatt.Für Betreiber, Bauherren und Planer bedeutet das: Immer mehr Dächer werden zu technischen Arbeitsbereichen. Denn eine PV-Anlage wird nicht nur montiert. Sie muss kontrolliert, gewartet, gereinigt und bei Bedarf repariert werden.Wer Photovoltaik plant, muss daher auch direkt die sichere Nutzung des Daches mitdenken und planen.

Solarpflicht bei Dachsanierungen in NRW

In Nordrhein-Westfalen kommt seit diesem Jahr ein weiterer Faktor hinzu. Wird bei einem bestehenden Gebäude die Dachhaut vollständig erneuert, greift grundsätzlich die Solarpflicht.
Die Solaranlagen-Verordnung NRW sieht bei einer vollständigen Erneuerung der Dachhaut grundsätzlich vor, dass Photovoltaikanlagen mindestens 30 Prozent der geeigneten Nettodachfläche belegen. Je nach Gebäude gelten alternative Erfüllungsmöglichkeiten und Ausnahmen.
Damit wird die Dachsanierung für viele Unternehmen automatisch auch zu einem PV-Projekt. Genau hier sollte die Dachsicherheit von Anfang an Teil der Planung sein.

Erst PV – dann Absturzsicherung? Die falsche Reihenfolge

In der Praxis begegnet uns diese Situation immer wieder: Eine Photovoltaikanlage ist bereits installiert. Erst danach stellt sich die Frage, wie Techniker, Wartungsfirmen oder Gebäudeverantwortliche die Anlage später sicher erreichen können. Dann wird es deutlich schwieriger.
Module belegen große Teile der Dachfläche. Abstände zum Dachrand sind bereits festgelegt. Wartungsbereiche und Verkehrswege sind möglicherweise nicht berücksichtigt. Lichtkuppeln, Dachaufbauten oder technische Anlagen müssen trotzdem erreichbar bleiben.
Eine nachträgliche Absturzsicherung ist häufig möglich, kann jedoch mehr Aufwand verursachen und die Auswahl geeigneter Systeme einschränken.

Daher lautet die wesentlich bessere und günstigere Reihenfolge: Dach planen. Sicherheitskonzept festlegen. PV-Anlage darauf abstimmen.

Eine PV-Anlage macht aus dem Dach einen Arbeitsplatz

Mit der Installation einer Photovoltaikanlage steigt in der Regel auch die Zahl der Arbeiten auf dem Dach. Neben regelmäßigen Kontrollen können Reparaturen, Reinigungsarbeiten oder Schäden durch Witterung eine Begehung erforderlich machen.
Die BG BAU weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass für die Instandhaltung von PV-Anlagen sichere Zugänge sowie geeignete Absturz- und Durchsturzsicherungen vorhanden sein müssen. Diese Anforderungen sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Die entscheidende Frage lautet also nicht nur: Wo passen möglichst viele PV-Module hin?
Sondern auch: Wie erreichen Menschen diese Anlage sicher?

Sichere Wege müssen frei bleiben

Eine funktionierende Dachsicherheit beginnt beim Zugang und endet nicht am Dachrand.
Bei der Planung müssen unter anderem berücksichtigt werden:

  • sichere Dachzugänge und Steigleitern
  • gesicherte Ein- und Ausstiegsbereiche
  • dauerhaft nutzbare Wartungs- und Verkehrswege
  • Dachrandbereiche
  • Lichtkuppeln und Lichtbänder
  • notwendige Wege zu Wechselrichtern, Lüftungsanlagen oder anderen technischen Einrichtungen
  • mögliche Dachüberstiege
  • ausreichende Bewegungsflächen für Wartungsarbeiten

Je nach Nutzung und Gebäudesituation können Dachgeländer, Lichtkuppelsicherungen, Dachwege, Steigleitern, Dachüberstiege oder andere Absturzschutzsysteme erforderlich sein.
Wichtig ist dabei nicht ein einzelnes Produkt. Entscheidend ist ein Sicherheitskonzept für das gesamte Dach.

Neue DGUV-Grundlage stärkt die frühzeitige Planung

Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung stellt die Planung stärker in den Mittelpunkt.
Die im September 2025 vollständig überarbeitete DGUV Information 201-056 „Schutzmaßnahmen gegen Absturz auf Dächern“ betrachtet nicht nur die technische Absturzsicherung.
Für die Auswahl eines geeigneten Schutzsystems werden unter anderem die Häufigkeit der Arbeiten, die Personengruppen auf dem Dach, unvorhersehbare Arbeiten sowie Bedingungen wie Tageszeit und Witterung berücksichtigt.
Damit wird deutlich: Es gibt nicht die eine Absturzsicherung für jedes Flachdach.
Ein Dach, das regelmäßig zur Wartung einer PV-Anlage betreten wird, muss anders bewertet werden als eine Fläche, auf die nur sehr selten Fachpersonal gelangt.

Wir beraten Sie!

Sie planen eine Dachsanierung oder eine neue PV-Anlage?
Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Sicherheitsmaßnahmen auf Ihrem Flachdach erforderlich und sinnvoll sind.
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Solarpflicht als Chance für sichere Bestandsdächer

Gerade bei der Sanierung älterer Gewerbe- und Industriegebäude bietet die Solarpflicht also auch Chancen. Wenn Dachaufbau, Abdichtung und PV ohnehin neu geplant werden, kann gleichzeitig überprüft werden, ob das Dach heutigen Anforderungen an eine sichere Nutzung entspricht.

Das ist der richtige Zeitpunkt, um:

  • den Status quo zu analysieren,
  • Gefahrenstellen zu erfassen,
  • Zugänge zu überprüfen,
  • Wartungsbereiche festzulegen,
  • Verkehrswege einzuplanen und
  • geeignete Absturzsicherungen festzulegen.

So entstehen PV-Anlage und Dachsicherheit nicht nacheinander, sondern als gemeinsames Konzept.

CONMAT plant Dachsicherheit von Anfang an

CONMAT betrachtet Flachdächer ganzheitlich. Wir analysieren vorhandene Dachflächen und entwickeln Sicherheitslösungen abgestimmt auf Gebäudenutzung, technische Anlagen und zukünftige Wartungsarbeiten.
Von Dachgeländern über Dachwege und Lichtkuppelsicherungen bis zu Steigleitern und Dachüberstiegen planen, liefern und montieren wir die erforderlichen Systeme. Gerade bei anstehenden Dachsanierungen und neuen Photovoltaikanlagen gilt: Absturzsicherung frühzeitig mitplanen. Bevor die Dachfläche belegt ist.

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